Vom Nutzen des FASTENS

Fasten
Foto: © Tom Bayer/stock.adobe.com

Ein Gespräch mit Dipl. med. und Fastenarzt Hugo Arturo López Orench aus Bad Driburg

Ist das Fasten wirklich so gesund, wie viele behaupten?
Das Fasten ist eine Erfahrung, die uns ganzheitlich erfasst. Körperlich laufen tiefgreifende, positive und gesundheitsfördernde Reaktionen im Stoffwechsel, im hormonellen, nervlichen und immunologischen Bereich ab, die eine Summe an positiven Veränderungen bewerkstelligen. Man spricht von der Autophagie. Das Fasten regt, als eine Art „house-keeping“, die Autophagie an und beugt damit Stoffwechselerkrankungen und einem schnelleren Alterungsprozess vor. Geistig erleben wir ein Gefühl der Klarheit, der Leichtigkeit und gewinnen mentale Stärke.

Wie oft im Jahr raten Sie zu einer Fastenkur?
Ich würde dazu raten, das intermittierende Fasten dauerhaft in den Alltag zu integrieren, frei nach „it is not a diet, it is a lifestyle“. Darunter versteht man, in einem Zeitfenster von etwa 14 – 16 Stunden zu fasten und in den verbleibenden acht bis zehn Stunden Nahrung zu sich zu nehmen.

Wirkt sich das Fasten auf bestimmte Krankheitsbilder aus?
Fasten im Allgemeinen dient der Entlastung und der Regeneration des gesamten Organismus und all seiner Zellen. Zudem ist das Fasten eine natürliche Möglichkeit, Krankheiten wie Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen, die Zuckerkrankheit und Störungen des Harnsäurestoffwechsels vorzubeugen. Aber auch rheumatische Erkrankungen und Verschleißerscheinungen des Bewegungsapparates zählen zu seinen Indikationen. Da während einer Fastenkur in der Regel kaum Cholesterin aufgenommen wird, sinkt auch dieser Wert merklich ab.

Wie wichtig ist das Thema Bewegung beim Fasten?
Beim Fasten gilt generell Bewegung, aber moderat. Schwimmen, Spaziergänge oder aber auch Fastenwanderungen, Yoga, Qi Gong. Gut ist, was guttut.

Was sind die größten Fehler, die beim Fasten gemacht werden?
Stress sollte definitiv im Rahmen einer Fastenkur drastisch reduziert werden. Ebenso ist von einem sehr intensiven Training abzuraten. Und zu wenig trinken ist definitiv auch nicht förderlich, da Flüssigkeit den Körper bei seinen Ausleitungsfunktionen unterstützt.

Vielen Dank für das Interview.

Redaktion: Stefan Raab

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